Bankgeschäfte lassen sich bequem per Internet oder Telefon erledigen. Themenschwerpunkt auf modern-banking.at ist der österreichische Direktbankenmarkt. Sie erhalten einen aktuellen Überblick über Zinsen und Konditionen anhand unserer Produktvergleiche zu den inländischen Direktbanken, und darüber hinaus auch zu den Anbietern aus dem Euroraum, die sich über Landesgrenzen hinweg an Kunden in Österreich richten.

01.07.2017 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|

1822direkt und Sparkassen gehen auch beim Smartphone-Girokonto nicht zusammen

Aus dem Lager der Sparkassen gibt es gleich zwei neue Girokonten, die ausschließlich per Smartphone eröffnet und geführt werden. Bei beiden Konten hat der Kunde nur mit dem Smartphone einen Kontozugriff, andere Geräte sind hier nicht vorgesehen. Die Smartphone-Girokonten sollen die junge Generation ansprechen (ab Volljährigkeit erhältlich) und einen Trend bedienen, bei dem N26 in Deutschland Vorreiter war. Überraschend ist, dass 1822direkt ein solches Projekt still und leise selbst entwickelt hat und zudem dem Gemeinschaftsprojekt yomo der Sparkassen zuvorgekommen ist. Die App "1822Mobile" steht seit 14.6.17 im App Store bei Apple und seit 15.6.17 im Google PlayStore. Dort ist sie in den ersten beiden Wochen kaum jemandem aufgefallen, da 1822direkt bis dahin in keiner Weise darauf hinwies. yomo ist hingegen seit Langem angekündigt, wurde von zehn großen Sparkassen finanziert, entwickelt von dem zur Sparkassengruppe gehörenden Softwarehaus Starfinanz. Das Girokonto von yomo können auch alle anderen Sparkassen per Lizenzvertrag in ihr Angebot aufnehmen, zu Beginn ist die Resonanz hier offenbar nicht überwältigend. Bei yomo ist das Regionalprinzip außer Kraft gesetzt, denn der Nutzer kann sich seine zuständige Sparkasse unter den verfügbaren frei auswählen, unabhängig vom Wohnort. Die Frankfurter Sparkasse, die viertgrößte Sparkasse in Deutschland, war nicht unter den Initiatoren, jetzt ist klar warum. Sie ist ohnehin ein Sonderfall, weil sie seit mehr als 20 Jahren mit 1822direkt eine bundesweit aktive Direktbank betreibt, von anderen Sparkassen deswegen auch als Wettbewerber betrachtet wird.

In den Konditionen besteht bei 1822Mobile der Unterschied zum regulären Girokonto, dass die Kontoführung bedingungslos kostenlos ist, auch ohne den einen Geldeingang pro Monat. Die EUR 100,00 Geldprämie bei Führung als Gehaltskonto gibt es bei 1822Mobile nicht, nur ein Einführungsangebot zur optionalen Kreditkarte: Der Kartenpreis wird bei Kartenantrag bis 31.7.17 im ersten Jahr altersunabhängig erlassen. Die Kontoeröffnung ist papierlos, mit Videolegitimation via WebID und Kontowechselservice über fino. Die App hat eine moderne Optik. Konten von anderen Banken lassen sich hinzufügen, das Multibanking beschränkt sich bislang jedoch darauf, Kontostände anzuzeigen. Umsätze ansehen oder gar Transaktionen vornehmen, ist bei den hinzugefügten Bankverbindungen noch nicht möglich. Die Funktion zum Einlesen von Rechnungsdaten per Foto ist integriert. Überweisungen und andere sensible Transaktionen werden mit einem einmalig selbst gewählten Passwort freigegeben. Auf ein TAN-Verfahren wie mTAN oder pushTan wird zugunsten der Bequemlichkeit verzichtet. Die Koppelung mit dem registrierten Smartphone im Hintergrund soll das wie bei N26 kompensieren. Auch 1822Mobile soll über Kooperationen mit FinTech-Unternehmen im Funktionsumfang und den externen Dienstleistungsangeboten wachsen, das jetzt bereitgestellte Banking nur der erste Schritt gewesen sein.

yomo ist am 30.6.17 von der geschlossenen Betaphase in die für jeden Interessenten offene übergegangen. Aufgrund der "großen Nachfrage" - die Downloadzahlen der App im Vergleich zu 1822Mobile bestätigen sie nicht - bekommt man zunächst nur einen Platz auf der Warteliste. Auch bei yomo gibt es noch nicht viel, was von den Funktionen besticht. yomo steht für "your money". Die Kontoführung ist anders als bei den meisten der normalen Sparkassen-Girokonten gratis. Eine girocard, die kontaktloses Zahlen ermöglicht, gibt es hinzu. Das Geldabheben ist an allen Sparkassen-Geldautomaten kostenfrei. Die weiteren Gebühren hängen davon ab, für welche Sparkasse man sich entscheidet. Die Aufträge werden mit einer einmalig selbst gewählten PIN freigegeben.

01.07.2017 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|

Restschuldversicherungen: Die gesetzlichen Eingriffe

Über die Pläne zu den neuen Regeln bei den Restschuldversicherungen stimmte der Deutsche Bundestag am Donnerstagabend ab. Sie werden wie in unserem vorangegangenen Beitrag angekündigt bei der Umsetzung der EU-Versicherungsrichtlinie IDD gesetzlich verankert. Es wurden Informationspflichten und eine Erweiterung des Widerrufsrechts beschlossen. Das bleibt weit hinter den Erwartungen der Verbraucherschützer zurück. Dorothea Mohn, Teamleiterin beim Marktwächter Finanzen, ordnete es in einer Aussendung der Verbraucherzentralen mit prägnanten Worten ein, bezeichnete die Restschuldversicherung als überteuertes Produkt mit lückenhaftem Versicherungsschutz, das oft unter zweifelhaften Umständen verkauft werde. Die Politik habe eine Chance verpasst, dessen Vertrieb zu stoppen.

Bei Restschuldversicherungen gibt es die Besonderheit, dass die meisten Verträge in Form einer Gruppenversicherung geschlossen werden, bei denen der Kreditnehmer nicht der Versicherungsnehmer ist, sondern die Bank. Der Kreditnehmer tritt hier nur mit in den Vertrag ein. Deshalb gab es ihm gegenüber bislang nicht dieselben Beratungs- und Auskunftspflichten wie sonst bei einer Versicherung. Diese sind per Gesetz nun auferlegt, insbesondere auch beim Widerrufsrecht. Der Kunde, dem die Versicherung als Nebenprodukt oder als Teil eines Pakets angeboten wurde, soll eine Woche nach Abschluss ein Produktinformationsblatt mit dem gesonderten Ausweis der Kosten für die Versicherung bekommen sowie in Textform den Hinweis, dass der Abschluss der Versicherung innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden kann. Erst ab dieser vom Verkaufsgespräch losgelösten nochmaligen Belehrung darüber beginnt künftig die Frist. Eine Erhebung soll nach zwei Jahren zeigen, wie die Umsetzung in der Praxis ist und ob das Gesetz nachgeschärft werden muss.

22.06.2017 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|

Befragung der Finanzaufsicht belegt Ausmaß des Provisionsanteils bei Restschuldversicherungen

Die Finanzaufsicht BaFin veröffentlichte gestern eine eigene Marktuntersuchung zu den mit Privatkrediten häufig gleich mitangebotenen Restschuldversicherungen. Die Versicherungen springen ein, wenn ein Kreditnehmer durch Schicksalsschlag wie Arbeitslosigkeit, schwere Krankheit oder Tod seiner Rückzahlungsverpflichtung nicht mehr nachkommen kann. Die auf Grundlage eines Fragebogens erstellte Studie ist umfassend und aufschlussreich, die BaFin spricht von festgestellten Defiziten. Es sind Einblicke, die sich in vielen Punkten mit der langjährigen Kritik von Verbraucherschützern decken. Bei dem Produkt verdient nicht nur der Versicherer, sondern auch die Bank für die Vermittlung, was die Kosten in die Höhe treibt. Die Auswertung der Antworten der Banken zeigt, die Provisionen sind "außerordentlich hoch": Demnach gaben zwölf von 34 Banken an, ca. 50 Prozent der Versicherungsprämie zu erhalten. Sieben Banken erhalten mehr als 50 Prozent - in Einzelfällen mehr als 70 Prozent. Bei zwölf Banken lag der Provisionsanteil unter 50 Prozent. Drei Banken vertreiben keine Restschuldversicherung. Aus der Auswertung der Antworten der angeschriebenen Versicherer überraschte die Erkenntnis, aus welcher Vielfalt an Komponenten sich die bestehenden Provisionsmodelle mitunter zusammensetzen, zum Beispiel einmalige oder laufende Abschlussprovisionen, Beteiligungen am Risikoergebnis, Übernahme von Marketingkosten, Zuschüsse zu Trainings- und Belohnungsmaßnahmen, umsatz-, qualitäts- und stückabhängige Sonderbonifikationen etc. Alle der befragten Banken mit Restschuldversicherung gaben an, der Abschluss der Versicherung sei für den Kreditsuchenden optional. Zwei Drittel davon gaben an, tendenziell mehr Privatkredite ohne die Versicherung zu vergeben als mit ihr. Ein Drittel gab an, in der Mehrzahl mit der Versicherung zu vergeben. Die BaFin schloss daraus, dass der Gesamtblick auf die Branche nicht zu der in der Öffentlichkeit häufig erhobenen Kritik passe, die Banken drängten den Verbrauchern die Versicherung nahezu auf. Betrachte man hingegen die Gruppe der Banken, die regelmäßig die Mehrzahl der Verträge gekoppelt mit Versicherung verkaufen, würden die Zahlen aber durchaus die Annahme rechtfertigen, dass einzelne Banken gezielte Vertriebsstrategien einsetzen, mit denen wirksam überdurchschnittlich viele Verbraucher zum Abschluss bewegt werden. Die Banken bieten regelmäßig für ein Kreditprodukt das Versicherungsprodukt nur eines Anbieters an. Ein Vergleich verschiedener Versicherungsprodukte ist für Verbraucher so mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Der Vertrieb erfolgt gemäß den Antworten der Versicherer überwiegend über die Filialen der Banken, diesen Vertriebsweg nutzen 28 von 30 Versicherern, ein direkter Abschluss von Restschuldversicherungsverträgen ist lediglich bei elf der Versicherer möglich. Vorhandener Versicherungsschutz der Kunden spielt in der Praxis offenbar keine oder eine unbedeutende Rolle, er wird üblicherweise nicht durch Abtretung Teil der Finanzierungsvereinbarung. Die Beitragsunterschiede für den Versicherungsschutz, gemessen anhand von zwei vorgegebenen Musterkunden, stellen "eine beachtliche Spanne" dar, so die BaFin. Als weiteres Ergebnis stellte sie fest, dass die Bedingungen und Verfahrensabläufe bei Beendigung bzw. Kündigung sehr unterschiedlich gestaltet sind und sich auch auf Tarifebene unterscheiden können. Dies bezieht sich auf den Widerruf des Versicherungsvertrags, die alleinige Kündigung der Versicherung ohne die gleichzeitige Kündigung des Kredits, die vorzeitige Rückzahlung des Kredits und auf das Versicherungsende nach planmäßiger Kreditrückführung. Es können automatische Abläufe vorgesehen sein, durch die Bank veranlasste, oder der Kunde muss selbst aktiv werden und seine Rechte wie zum Beispiel eine Rückzahlung von überzahlten Beiträgen einfordern. Geregelt ist dies größtenteils in den jeweiligen Allgemeinen Versicherungsbedingungen. Der Verbraucher solle sich daher dort informieren, soweit keine gesetzlichen Mindeststandards bestehen.

Die Aufsichtsbehörde startete die Befragung im Sommer 2016, auffallend ist der lange Zeitraum bis zur Veröffentlichung der Ergebnisse. Sie will mit den Marktteilnehmern nun über die Konsequenzen sprechen. Die Zeit für gesetzgeberische Verbesserungen ist aber denkbar knapp. Die parlamentarischen Verhandlungen zur Umsetzung der europäischen Versicherungsvertriebsrichtlinie IDD, in der es auch um die Restschuldversicherungen geht, sind fast abgeschlossen. Am kommenden Mittwoch will der Wirtschaftsausschuss letzte Hand an das Gesetz anlegen und dann zur Beschlussfassung im Deutschen Bundestag vorlegen.

06.06.2017 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|

Addiko Bank vertreibt neues Tagesgeld für Österreich in Eigenregie

Die Addiko Bank brachte heute ein ausschließlich über das Internet geführtes Tagesgeld mit einem Zinssatz von 0,90% auf den Markt. Addiko Bank ist eine in Wien ansässige Holdinggesellschaft mit sechs Banktöchtern in den Balkanstaaten. Das jetzt eingeführte Tagesgeldkonto ist ihr gänzlich erstes Produkt in Österreich. Über die Zinsplattform WeltSparen bietet sie seit Oktober 2016 zur Refinanzierung bereits Festgeldangebote in Deutschland an. WeltSparen übernimmt viel organisatorischen Aufwand und die Kundengewinnung, ist in der Kooperation der Ansprechpartner für die Kunden. Bei Wohnsitz in Österreich sind diese Festgelder der Addiko Bank nicht verfügbar, obwohl WeltSparen auch eine AT-Seite hat. Bei dem Tagesgeld hat sich die Addiko Bank für den direkten Weg entschieden. Der Zinssatz gilt ab dem ersten Euro. Er wird jährlich gutgeschrieben. Die Bank verspricht, die Kunden über Zinssenkungen mit einer Vorlaufzeit von mindestens 14 Tagen per E-Mail oder via Nachricht im Postfach des Online-Bankings zu informieren, und über Zinserhöhungen mit mindestens sieben Tagen Vorlaufzeit. Ein Zinssatz unter 0,125% ist gemäß den Sonderbedingungen ausgeschlossen. Es sind klare Bedingungen, präsentiert auf der neu eingerichteten Internetseite addiko.at. Eher ungewöhnlich sind die EUR 3,99 Gebühr, die Addiko Bank für die Rückbuchung erheben will, sollte durch eine Einzahlung die im Konditionsblatt ausgewiesene Höchsteinlage überschritten werden. Die Höchsteinlage liegt bei EUR 500.000, schon allein, um abgesichert anzulegen, empfiehlt es sich aber unter EUR 100.000 zu bleiben. Da die Holding in Wien die Bankenlizenzinhaberin ist, besteht die Mitgliedschaft in der österreichischen Einlagensicherung, konkret durch die Banken & Bankiers GmbH. Das Konto können volljährige Personen als Einzelkonto eröffnen, Gemeinschaftskonten werden nicht angeboten. Man gibt in der Antragsstrecke die persönlichen Daten an und erhält an die Mobiltelefonnummer und zusätzlich an die E-Mail-Adresse einen Aktivierungscode, um beide Kontaktwege zu verifizieren und den Antrag zu bestätigen. Die Eröffnungsunterlagen kommen im Anschluss auf dem Postweg, der Vertrag soll unterschrieben und zusammen mit einer Kopie von Personalausweis oder Reisepass und auch einer Kopie der Bankomatkarte des Referenzkontos zurückgesendet werden. Dann ist wieder die Bank am Zug, sie informiert nach der Prüfung über die Freischaltung per SMS und E-Mail. Addiko Bank stellt bereits eine App für iOS und Android zur Verfügung, mit ihr oder im Online-Banking lassen sich der Kontostand und grafisch aufbereitete Auswertungen abrufen sowie Verfügungen anweisen.

Die Banktöchter in den Balkanstaaten sind auf ein klassisches Bankgeschäft mit Konsumentenkrediten ausgerichtet. Zur Zielgruppe gehören daneben kleine und mittlere der lokalen Unternehmen. Sie haben insgesamt mehrere hundert Filialen in den Ländern Bosnien-Herzegowina, Slowenien, Kroatien, Serbien und Montenegro. Entstanden ist die Bank aus den Auslandsaktivitäten der nach diversen Skandalen spektakulär gescheiterten Hypo Group Alpe Adria. Als diese zur staatlichen Abwicklungsgesellschaft Heta Asset Resolution umgewandelt wurde, folgte in Vorbereitung für den Verkauf eine Abspaltung der sechs Banken auf dem Balkan. Im Dezember 2014 wurde zu diesen Einheiten schließlich der Verkauf an AI Lake (Luxembourg) vereinbart. Hinter der Gesellschaft steht mit einem Anteil von 80 Prozent der US-amerikanische Finanzinvestor Advent International und mit 20 Prozent ist die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) beteiligt. Das Geschäftsmodell wurde ab 2016 neu aufgesetzt. Als Zeichen des Neuanfangs zog die Zentrale im April 2016 aus dem ehemaligen Hypo-Gebäude in Klagenfurt aus. Im Juli 2016 erhielt sie den Namen Addiko Bank, dieses Rebranding wurde in allen Ländern durchgeführt.

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