Bankgeschäfte lassen sich bequem per Internet oder Telefon erledigen. Themenschwerpunkt auf modern-banking.at ist der österreichische Direktbankenmarkt. Sie erhalten einen aktuellen Überblick über Zinsen und Konditionen anhand unserer Produktvergleiche zu den inländischen Direktbanken, und darüber hinaus auch zu den Anbietern aus dem Euroraum, die sich über Landesgrenzen hinweg an Kunden in Österreich richten.

23.03.2017 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|

Generali Bank ab 2018 im Passiv-Modus

Der Versicherungskonzern Generali Holding Vienna gibt seine Bankaktivtäten über die Generali Bank auf. Die als Direktbank mit persönlichem Ansatz positionierte Generali Bank wird gemäß der Planung ab 2018 kein Neugeschäft mehr hereinnehmen. Die Information ist in einer Pressemitteilung vom Dienstag verpackt, die hauptsächlich über die bestehende Kooperation der Generali mit der 3-Banken-Gruppe ausführt. Die Bank wird aber nicht aufgelöst, die Lizenz bis auf Weiteres genutzt, um sich um den rund 550 Millionen Euro schweren Bestand an Altkrediten zu kümmern. Er soll gemäß den zusätzlichen Angaben von Finanzvorstand Klaus Wallner an die Nachrichtenagentur APA in der Bilanz der Bank verbleiben, nach und nach abgebaut werden. Auffallend ist dabei der hohe Anteil von zwei Dritteln an Fremdwährungskrediten in Franken. 2016 hatte die Generali Bank einen Verlust von vier Millionen Euro ausgewiesen, 2014 und 2015 leichte Gewinne, davor Verluste und Gewinne im sprunghaften Wechsel. Die Perspektiven mit dem vorhandenen Produktangebot sind mit dem jetzigen Umfeld noch bescheidener geworden. Dazu kommen die hohen Regulierungskosten, die einem kleinen Bankinstitut das Überleben erschweren. Die Idee bei Gründung vor 15 Jahren war, Versicherungskunden mit auslaufenden Verträgen über kurzfristige Anlagemöglichkeiten auf Sparkonten an den Konzern zu binden. Dies ist mit der Anzahl von gerade einmal 40.000 Kunden auch nicht so gelungen wie erhofft, musste Wallner eingestehen.

Generali strebt an, die bestehenden Girokonten, Einlagekonten und Wertpapierdepots möglichst an die 3-Banken-Gruppe zu verkaufen. Die 3-Banken-Gruppe ist ein auf Synergien ausgelegter Zusammenschluss von drei eigenständigen Regionalbanken, der Bank für Tirol und Vorarlberg, der BKS Bank und der Oberbank. Generali ist mit den drei Regionalbanken seit Jahren verbunden, als Aktionär und Kooperationspartner im Bereich Fonds, Kfz-Leasing und Versicherungen. Im Vorjahr hatte Generali bereits das Versicherungsgeschäft der 3-Banken-Gruppe vollständig übernommen. Beide Partner sehen im Rückbesinnen auf die jeweilige Kernkompetenz die beste Strategie. Die 71 Mitarbeiter der Bank wurden im Februar informiert, für sie werde nach individuellen Lösungen gesucht. Die Kunden werde man über etwaige Änderungen und den weiteren Ablauf persönlich informieren, sobald die genauen Details zur Neuordnung des Bankgeschäfts und der Kooperation mit der 3-Banken-Gruppe feststehen.

03.03.2017 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|

Zinskosten als flatex-Kunde unvermeidbar

Der Online-Broker flatex wird den Kunden für Einlagen ab dem ersten Euro ab 15.3.17 einen Negativzins von minus 0,40 Prozent in Rechnung stellen. Die FinTech Group, ein börsennotiertes Unternehmen mit Sitz in Frankfurt zu dem flatex gehört, teilte dies in einer Aussendung mit. Die 175.000 Kunden in Österreich und Deutschland wurden wenige Stunden danach mit einem entsprechenden Schreiben über das Online-Postfach informiert. Damit müssen erstmals auch auf kleine Guthaben hierzulande Negativzinsen gezahlt werden, nicht erst wie bei den Instituten, die einen solchen Schritt wagten, ab einer Schwelle von EUR 100.000, EUR 500.000 oder mehreren Millionen. Guthaben wird für die flatex-Kunden zum Kostenfaktor, und das schon in weniger als zwei Wochen. Die FinTech Group führt als Grund für das Erheben des Negativzinses die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ins Feld, Geschäftsbanken müssen für bei ihr geparkte Einlagen einen Strafzins in exakt derselben Höhe bezahlen. Diese Kosten würden nun lediglich an den Kunden weitergereicht, das sei "maximal transparent", andere Anbieter würden quersubventionieren. Den Negativzins wird flatex quartalsweise berechnen, bei einem durchschnittlichen Guthaben von beispielsweise EUR 10.000 auf dem Depot-Verrechnungskonto ergeben sich EUR 10,00 pro Quartal. Die EZB verlangt seit Juni 2014 Strafzinsen, zunächst lag der Satz bei 0,10 Prozent, nach drei weiteren Schritten seit März 2016 bei 0,40 Prozent. FinTech-Chef Niehage zufolge hält man sich auch die Möglichkeit offen, den Negativzins zu erhöhen, sollte die EZB nachlegen. Umgekehrt werde der Kunde niedrigere Negativzinsen zu tragen haben, sollte die EZB ihren Strafzins senken. Bislang war flatex mit seinen Discountpreisen die erste Adresse für günstigen Wertpapierhandel. Bei flatex sind die Kunden nicht, um Tagesgeldanlagen zu unterhalten, Guthabenzinsen gab es dort noch nie, das Geld auf den Konten dient einzig zur Verrechnung von Wertpapiergeschäften. Es ist der übliche Ablauf, das Depot-Verrechnungskonto mit Anlagebeträgen zu befüllen, um auf gute Kaufgelegenheiten zu warten bzw. darauf, dass die gesteckten Kauflimits bedient werden. Eine solche Kaufstrategie wird nun teurer. Auch wird die Neuregelung dazu führen, dass viele Kunden auflaufende Erträge oder Verkaufserlöse unmittelbar abziehen. Sie werden versuchen, den Kontostand möglichst nahe null zu halten, wobei das auf Dauer lästig sein dürfte und durch die laufenden Buchungen auch die Gefahr besteht, in den Sollbereich zu geraten, innerhalb der bewilligten Kreditlinie fällt zurzeit ein Sollzins in Höhe von 3,90 Prozent an. Die FinTech Group ist zuversichtlich, dass die Kunden bleiben, eine unter ihnen zuvor durchgeführte Umfrage habe ergeben, dass fast niemand deswegen wechseln würde. In der Aussendung hob sie zwei Ausweichmöglichkeiten hervor, die Zinskonten im Ausland und die geldmarktnahen ETFs, beides von Kooperationspartnern. Für Geld, das die Kunden für den Kauf von Aktien und Fonds vorsehen, ist das jedoch keine Lösung.

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