Bankgeschäfte lassen sich bequem per Internet oder Telefon erledigen. Themenschwerpunkt auf modern-banking.at ist der österreichische Direktbankenmarkt. Sie erhalten einen aktuellen Überblick über Zinsen und Konditionen anhand unserer Produktvergleiche zu den inländischen Direktbanken, und darüber hinaus auch zu den Anbietern aus dem Euroraum, die sich über Landesgrenzen hinweg an Kunden in Österreich richten.

17.08.2017 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|

Hello bank verliert eigene Rechtspersönlichkeit

Die Hellobank BNP Paribas Austria AG (kurz Hello bank) wird vollständig in ihre Muttergesellschaft, die BNP Paribas S. A., integriert. Sie informierte ihre Kunden darüber per Brief. Ab 1.10.17 lautet die Firmierung "BNP Paribas S. A., Niederlassung Österreich", wobei weiterhin der Markenname Hello bank im Auftreten am Markt verwendet wird. Mit dem Vollzug der Verschmelzung ist sie keine Aktiengesellschaft und keine österreichische Bank mehr. Deshalb und weil sich der Hauptsitz der BNP Paribas in Frankreich befindet, sind die Kundeneinlagen ab dann über die französische Einlagensicherung abgesichert, dem Fonds de Garantie des Dépôts et de Résolution, nicht mehr durch die Banken & Bankiers GmbH. Beide Institutionen sichern Einlagen bis EUR 100.000 je Einleger. IBAN, BIC, Zugangsdaten, Kundenverträge, Produktbedingungen usw. bleiben unverändert. Den Geschäften wird die Hello bank weiterhin von Salzburg aus nachgehen und auch die fünf Filialen in Graz, Innsbruck, Linz, Salzburg und Wien betreiben. Die Kapitalertragsteuer wird sie weiterhin automatisch an das österreichische Finanzamt abführen. Der Kunde muss sich nicht selbst um die Abfuhr der Steuer kümmern, da es ja kein grenzüberschreitendes Angebot ist, eine inländische Niederlassung besteht.

Der hiesige Anbieter, gegründet 1995 als direktanlage.at, gehört seit Juli 2015 zu der französischen Großbank. Mit der Namensänderung ist er Teil des Hello-bank-Konzepts der BNP Paribas geworden. Mit diesem präsentiert er sich als Vollbank, bei der die Digitalisierung und die Einbindung sozialer Medien eine wichtige Rolle spielen. BNP Paribas hat mehrere Niederlassungen in EU-Ländern. Der unternehmensgeschichtliche Lauf ist für die Hello bank der gleiche wie in Deutschland für die Consorsbank, die im November 2014 ebenso integriert wurde.

16.08.2017 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|

Bargeldabheben grundsätzlich bei jedem Händler möglich

CardProcess, ein Dienstleister der Genossenschaftsbanken für bargeldlose Transaktionen, hat eine Erlaubnis der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) erhalten, die Funktion "Bargeld abheben" an seinen Händlerterminals freizuschalten. Dadurch werden sich Verbraucher bald bei noch viel mehr Händlern, auch kleinen und mittleren, bis zu EUR 200,00 gebührenfrei von ihrem Bankkonto auszahlen lassen können, und zwar bei Zahlung via girocard mit PIN. Die fünf inländischen Bankenverbände, vertreten über die DK, haben mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) Regeln abgestimmt und vereinbart, dass Netzbetreiber wie CardProcess mit einer entsprechenden Erlaubnis der DK die Bargeldabhebungen abwickeln dürfen. Bislang mussten Händler, die ihren Kunden das Bargeldabheben ermöglichen wollten, eine Einzelvereinbarung mit der BaFin treffen, das machten nur einige große Filialisten wie Aldi Süd, die REWE-Handelsgruppe, Netto Marken-Discount und Galeria Kaufhof. Mit dem Fintech-Unternehmen Barzahlen.de zusammenzuarbeiten, war eine Alternative dazu. Die jetzt leicht zugängliche Funktionalität stellt einen Teil deren Geschäftsmodells infrage.

Bei den Kassenterminals von CardProcess wird in der aktuellen Softwareversion das Bargeldabheben bereits unterstützt, es muss lediglich aktiviert werden, wenn der Händler sich dafür entscheidet. CardProcess ist jetzt der erste Netzbetreiber, andere werden sicherlich folgen. Mit der Auszahlung ist ein Mindesteinkaufswert von EUR 20,00 verbunden, weshalb sich Geldabheben und Brötchen beim Bäcker holen schwierig miteinander verbinden lässt. Nach oben kann der Händler den Mindesteinkaufswert frei definieren. Das Angebot bedeute für ihn einen Service, keinen Zwang, eine Bargeldbevorratung sei deshalb nicht notwendig, heißt es seitens CardProcess. Wäre dies anders, würde es der Grundidee widersprechen, denn mit den Bargeldabhebungen reduziert der Händler seinen Bargeldbestand in der Kasse und damit das Diebstahlrisiko. Neu ist auch, dass der Bargeldbetrag künftig separat in die Abbuchung eingestellt wird. Bislang war der Abbuchung aufgrund technischer Gegebenheiten nur die Gesamtsumme aus Einkauf und Auszahlung zu entnehmen. Die Banken profitieren von der gefundenen Regelung enorm, sie gewährleistet eine Bargeldversorgung ohne eigene Kosten, gerade in kleinen Orten, wo viele Filialen und Geldautomaten abgebaut wurden. Bei der Lösung über Barzahlen.de haben die Banken hingegen eine individuell vereinbarte Provision zu tragen, wenn sie ihren Girokunden das zusätzliche Kassennetz bereitstellen wollen, was bislang DKB, N26 und die Sparda-Banken tun.

14.08.2017 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|

Zinspilot verleibt sich Savedo ein

Bei den Zinsplattformen, die Konten mit guten Zinsen von europäischen Auslandsbanken vermitteln, verschieben sich die Machtverhältnisse: Die Deposit Solutions GmbH, Betreibergesellschaft von Zinspilot, hat Savedo übernommen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Deal ist seit vergangenen Donnerstag perfekt, auf beiden Plattformen wurde er heute durch eine Pressemitteilung bekannt gegeben. Die Übernahme fügt Deposit Solutions in der Kundenbasis ausgehend von 60.000 registrierten Anlegern 18.000 hinzu, außerdem zwölf anbietende Anlagebanken und eine Präsenz auf den Einlagemärkten in Österreich und den Niederlanden. Zinspilot war bislang nicht auf dem Einlagenmarkt in Österreich, vermittelt die Tagesgeld- und Festgeldkonten über einen direkten Kanal in Deutschland und schlagkräftig über Schnittstellen, über eine solche sind die Angebote von Zinspilot zum Beispiel auch für die Kunden von flatex.de im Online-Banking verfügbar. Der jetzige Deal hilft, international im direkten Geschäft mit den Anlegern zu wachsen. Er hilft Deposit Solutions außerdem, mit der Raisin GmbH mitzuhalten, einem Berliner Unternehmen, das mit WeltSparen und europaweit 90.000 Anlegern in Europa bislang unstrittig die Nummer Eins war. Savedo hatten Marktbeobachter gegenüber den beiden Konkurrenten keine großen Chancen mehr eingeräumt. Savedo suchte die Nischen, ein Großteil der Anlagebanken bei Savedo stammt aus Osteuropa, zudem sind Investments in Edelmetalle im Angebot und die von der Kursentwicklung eines Aktienkorbs abhängigen Festgeldzinsen mit der Bezeichnung "FestgeldPlus".

Christian Tiessen, Gründer und Geschäftsführer, bleibe an Bord, er soll künftig neben seiner Funktion als Geschäftsführer bei Savedo auch die Internationalisierung auf der Einlagenseite von Deposit Solutions übergreifend vorantreiben. Die Marke Savedo bleibe erhalten. Doch das kann wohl nur für eine Übergangsphase sinnvoll sein, auch die weiteren Maßnahmen zeigen in eine andere Richtung. Die Plattform soll nämlich schon bald mit der Technologie von Deposit Solutions laufen und die Savedo-Kunden sollen Zugang zu den zusätzlichen Angeboten von Zinspilot bekommen. Am Standort in Berlin will der Hamburger Käufer nur die Hälfte der rund 50 mitübernommenen Mitarbeiter weiter beschäftigen. Der deutsche Dienstleister mit Banklizenz, der das für die Abläufe notwendige Verrechnungskonto führt, ist bei Savedo die FinTech Group Bank, was aus dieser Partnerschaft wird, wurde noch offengelassen.

04.08.2017 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|

Kurzmeldung

hypodirekt.at wird am 16.8.17 nach fünfeinhalb Jahren am Markt eingestellt. Ihr einziges Produkt, ein Online-Tagesgeld mit einem Zins von zuletzt 0,02% im Neugeschäft, wird bei der Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank fortgeführt. Die Vorarlberger Landes- und Hypothekenbank ist eine Regionalbank mit Sitz in Bregenz. Sie wollte mit hypodirekt.at österreichweit Kunden über das Internet gewinnen. Im Juni 2014 öffnete sie das Angebot auch für Kunden aus Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz. Damals kündigte sie noch an, hypodirekt.at schrittweise zur Vollbank ausbauen zu wollen, was jedoch nicht mehr stattgefunden hat.

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