Bankgeschäfte lassen sich bequem per Internet oder Telefon erledigen. Themenschwerpunkt auf modern-banking.at ist der österreichische Direktbankenmarkt. Sie erhalten einen aktuellen Überblick über Zinsen und Konditionen anhand unserer Produktvergleiche zu den inländischen Direktbanken, und darüber hinaus auch zu den Anbietern aus dem Euroraum, die sich über Landesgrenzen hinweg an Kunden in Österreich richten.

02.01.2018 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|

Kommunalkredit Invest nun auch auf dem deutschen Einlagenmarkt

Seit heute gibt es einen weiteren Anbieter zum Anlegen von Tages- und Festgeld über das Internet: die Kommunalkredit Invest. Sie grüßt mit Servus Zins! Kommunalkredit Invest ist eine Marke, die aus Österreich kommt, dort Ende September 2017 startete. Schon zum damaligen Zeitpunkt deutete die dahinterstehende Kommunalkredit Austria AG an, das Angebot bald auf Deutschland auszuweiten. Den deutschen Markt bedient sie über ihre seit Anfang 2017 bestehende Zweigstelle in Frankfurt am Main und ein Kommunikationscenter der FinTech Group in Zwickau. Die Einlagen sind über eine österreichische Einlagensicherung abgesichert, die Banken & Bankiers GmbH. Während in der Alpenrepublik der Einstieg spektakulär war, mit einem Tagesgeld-Sonderzins von 1,11% p. a. für die ersten vier Monate, werden in Deutschland beim Tagesgeld von Beginn an nur Standardkonditionen geboten. Und diese sind zudem etwas tiefer als im Nachbarland. Eine Bereicherung ist Kommunalkredit Invest so zunächst lediglich mit den Festzinsangeboten bei den langen Laufzeiten, dort platziert sie sich im oberen Feld. Es ist keine Mindesteinlage zu berücksichtigen, aber es wird zinsmäßig unterschieden, ob mit einem Anlagebetrag unterhalb oder ab EUR 10.000 investiert wird. Ab der genannten Betragsgröße sind für 6 Monate 0,41% erhältlich, für 9 Monate 0,60%, für 12 Monate 0,70%, für 2 Jahre 0,80%, für 3 Jahre 1,01%, für 4 Jahre 1,05%, für 5 Jahre 1,15%, für 6 Jahre 1,20%, für 7 Jahre 1,30%, für 8 Jahre 1,40%, für 9 Jahre 1,50% und für 10 Jahre 1,80%.

Entscheidet man sich für das Tagesgeld oder das Festgeld, beantragt man papierlos zunächst ein gebührenfreies Transferkonto. Den Antrag bestätigt der Interessent mit einem per SMS übermittelten Code. Er kann sich wahlweise per PostIdent oder VideoIdent legitimieren lassen. Die Bank prüft den legitimierten Antrag, was laut FAQ innerhalb weniger Tage geschehe. Zur Eröffnungsbestätigung erhält der neue Kunde zwei SMS-Nachrichten mit seinen Zugangsdaten für das Online-Banking. Erst dann kann er die Tagesgeld- bzw. Festgeldanlage über das Online-Banking einrichten. Auch müssen die Überweisungen immer über das Transferkonto laufen, und das externe Konto bei den dort eingehenden und abgehenden Überweisungen darf nur das hinterlegte Referenzkonto sein. Diese Zwischenschritte beim Eröffnen und Überweisen machen das Handling etwas mühsam. Kommunalkredit Invest schloss einen fünfjährigen Servicevertrag zur Nutzung einer White-Label-Bankplattform der FinTech Bank AG. Dazu gehören der verwendete Antragsprozess, die Schnittstellen für die Identifikation, die eSignature und das Online-Banking, sowie im Hintergrund unter anderem die Datenverwaltung und das Meldewesen. Dadurch konnte Kommunalkredit Invest ohne lange Vorlaufzeit an den Markt gehen, ohne in eine Eigenentwicklung zu investieren.

Die Kommunalkredit Austria ist auf das Finanzieren von Infrastrukturvorhaben der öffentlichen Hand spezialisiert. Sie finanziert beispielsweise den Bau oder die Sanierung von Autobahnen, Schulen, Schwimmbädern, Krankenhäusern, Pflegeheimen, Windparks und Solaranlagen, in Kerneuropa sowie selektiv in weiteren europäischen Ländern. Das Know-how bei den Abläufen und Bedürfnissen in der Zusammenarbeit mit Bund, Land, Kommunen etc. ist ein Wettbewerbsvorteil. Die öffentlichen Investitionen tragen einen erheblichen Teil zur volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung bei. Deshalb besteht ebenso ein erheblicher Finanzierungsbedarf, von diesem Kuchen will sich die Bank ein großes Stück nehmen. Die Kommunalkredit Austria hat eine bewegte Vergangenheit, das Vorläuferinstitut kostete den österreichischen Steuerzahler mit der Notverstaatlichung im November 2008 viel Geld - und dies trotz des vermeintlich biederen und risikoarmen Geschäftsmodells. Überhoben hatte sich die Kommunalkredit Austria, als sie eben nicht mehr nur die öffentliche Hand finanzierte, sondern auch Geschäfte mit komplexen Derivaten in Steueroasen betrieb und ihre Bilanzsumme in kurzer Zeit extrem angewachsen war. Im September 2015 wurde schließlich der gute Teil dieses Vorläuferinstituts an ein Konsortium britisch-irischer Investmentfirmen rund um den deutschen Investmentbanker Patrick Bettscheider verkauft und am ursprünglichen Geschäftsmodell neu ausgerichtet.

31.12.2017 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|

VTB Direktbank in neuer Unternehmensorganisation mit deutscher Einlagensicherung

Russlands zweitgrößte Bank, die VTB, hat ihr Hauptquartier für das Westeuropageschäft mit Wirkung zum 29.12.17 von Wien nach Frankfurt am Main verlegt. Der Schritt wurde bereits vor einigen Monaten beschlossen. Den deutschen Bestandskunden, die bei der VTB Direktbank auf Zinskonten angelegt haben, waren Änderungen im September angekündigt worden. Die VTB Direktbank, zuvor eine Zweigniederlassung der Wiener VTB, und die auf Geschäftskunden ausgerichtete VTB Bank (Deutschland) AG sind nun zusammengelegt und umbenannt zu VTB Bank (Europe) SE. Die Umstrukturierung basiert auf dem Wunsch, von der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht mehr als systemrelevant eingestuft zu werden. Bislang befand sich die VTB weniger wegen ihrer Größe in Europa als vielmehr wegen ihrer Vernetzung zwischen Wien, Frankfurt und Paris auf der EZB-Liste der systemrelevanten Institute, weshalb höhere Auflagen zu erfüllen sind. Um kosteneffizienter zu arbeiten, wurde aus den drei Banklizenzen eine gemacht, der Standort in Wien wird darunter als Zweigniederlassung geführt. Die französischen Aktivitäten, Einlagengeschäft über das Internet, wurden gestoppt und die Konten geschlossen. Neben aufsichtsrechtlichen Aspekten spielte bei den Entscheidungen eine Rolle, dass Frankfurt als Finanzzentrum an Bedeutung gewinnt, und dass die deutsche VTB Direktbank das Gros der Einlagen anzieht. Bei der ursprünglichen Konstellation hätte eine österreichische Einlagensicherung im Insolvenzfall für das Einlagengeschäft geradestehen müssen, was in der Vergangenheit einige österreichische Politiker kritisierten, weil die VTB in Österreich selbst gar keines betreibt. Als Einheit der VTB Bank (Europe) SE sind Einlagen bei der VTB Direktbank jetzt über eine deutsche Einlagensicherung gedeckt, über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH und den zusätzlichen freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e. V. Gleich geblieben sind die Kontonummern und der BIC sowie die E-Mail-Adresse und die Telefonnummern.

Die Europazentrale ist eine direkte Tochtergesellschaft der VTB Gruppe in Moskau, an der der Kreml 60,93 Prozent der Anteile hält. Gegen die russischen Großbanken bestehen weiterhin die Sanktionen der EU und der USA infolge des Ukraine-Konflikts, weshalb ihnen eine Kapitalaufnahme mit einer Laufzeit von über 30 Tagen im Westen untersagt ist. Die westeuropäischen Töchter sind als Unternehmen mit eigener Rechtspersönlichkeit jedoch nicht sanktioniert. Die Sberbank, größter russischer Konkurrent der VTB, trägt sich laut früheren Medienberichten ebenso mit dem Gedanken, sein auf acht Töchter aufgeteiltes Europageschäft zusammenzulegen.

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