Bankgeschäfte lassen sich bequem per Internet oder Telefon erledigen. Themenschwerpunkt auf modern-banking.at ist der österreichische Direktbankenmarkt. Sie erhalten einen aktuellen Überblick über Zinsen und Konditionen anhand unserer Produktvergleiche zu den inländischen Direktbanken, und darüber hinaus auch zu den Anbietern aus dem Euroraum, die sich über Landesgrenzen hinweg an Kunden in Österreich richten.

12.01.2017 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|

GE Capital Direkt dauerhaft umgeleitet

Die Internetseite der GE Capital Direkt führt seit Mittwoch zu einer Unterseite von targobank.de, die in wenigen Sätzen darüber informiert, dass aus GE Capital Direkt nun "TARGOBANK Direkt" geworden ist. Das Anhängsel gibt einen Hinweis darauf: TARGOBANK Direkt ist etwas anderes als TARGOBANK. Die Filialen sind keine Anlaufstelle, TARGOBANK Direkt sei als reine Onlinebank konzipiert. Ein Neuabschluss von Konten ist nicht möglich. Nur die bestehenden Tagesgeldkonten und Festgelder werden fortgeführt. Der spätere vollständige Übergang ist bei dieser Vorgehensweise absehbar. Die Verzinsung des Tagesgelds ist bislang unverändert, es gelten 0,25% für Guthabenteile bis EUR 75.000. Hinter dem neuen Label steht nicht unmittelbar die TARGOBANK, sondern zunächst die TARGO Commercial Finance AG, die ansonsten eine ganz andere Kundengruppe ansprechen soll – nämlich Firmenkunden. Hinsichtlich der Einlagensicherung ist das Tochterunternehmen im derzeitigen Status quo selbst ein Mitgliedsinstitut, wodurch hier beim freiwilligen Einlagensicherungsfonds ein geringerer Sicherungsbetrag als bei der TARGOBANK gilt.

Im Juli 2016 hatte die französische Bankengruppe Crédit Mutuel die Finanzunternehmen der GE Capital in Frankreich und Deutschland erworben. Es sind im Wesentlichen im gewerblichen Factoring und im gewerblichen Leasing aktive Unternehmen. Der Verkäufer, der US-Konzern General Electric, will sich in diesem Bereich aus Europa zurückziehen, sich auf die industrielle Produktion konzentrieren. Im französischen Markt waren die Factoringeinheiten von GE Capital und der Crédit Mutuel ähnlich große Wettbewerber, lagen dem Vernehmen nach an Position 5 und 6. In Deutschland war GE Capital führend in diesem Geschäft, bei dem Firmen ihre Rechnungen verkaufen, mit einem Marktanteil von zuletzt über einem Viertel, Crédit Mutuel dagegen kein namhafter Spieler. Die deutschen Gesellschaften – zu denen auch die übergeordnete GE Capital Bank mit Sitz in Mainz gehörte - wurden zusammen zur TARGO Commercial Finance AG umfirmiert und in das Portfolio der TARGOBANK-Unternehmensgruppe integriert. Mit der TARGOBANK verfügen die Franzosen hierzulande über eine Privatkundenbank, die rund vier Millionen Kunden bedient. Um das Geschäftsmodell in der allgemein für die Banken schwierigen Ertragssituation breiter aufzustellen, kamen Finanzierungen für Autohändler hinzu und jetzt eben auch die mit einem Schlag führende Stellung im Factoring und der Einstieg beim Leasing. GE Capital Direkt sorgte in der ursprünglichen Konstellation ab Juli 2010 für Refinanzierungsmittel über Einlagen von Privatkunden, als Marke der GE Capital Bank. Darauf ist die TARGOBANK nicht angewiesen, mehr Einlagen könnte sie jederzeit durch Zinsanhebung selbst einsammeln, aktuell verzinst sie auf ihrem Tagesgeldkonto mit 0,01%.

04.01.2017 |Meldung zum österreichischen Bankenmarkt|

Identifizieren via Videotelefonat zugelassen

Der Finanzbranche ist es nun auch in Österreich gestattet, die zur Geldwäscheprävention vorgeschriebene Identitätsfeststellung ihrer Kunden in einer Videoübertragung einzuholen. Die Finanzmarktaufsicht (FMA) informierte in einer Presseaussendung über ihre am Dienstag in Kraft getretene Verordnung zur Videoidentifizierung. Die Banken können jetzt damit beginnen, diese weitere Möglichkeit anzubieten. An die Antragsstrecke zu einem neuen Konto kann sich dann die Identifizierung unmittelbar anschließen, der Kunde sich dazu mit einem Call-Center-Agenten verbinden lassen. Das Videotelefonat wird über die Webcam des PCs oder die Kamera von Smartphone oder Tablet geführt. Das Verfahren ist aus Kundensicht schnell und komfortabel, die Banken rechnen zudem mit geringeren Abbruchquoten. Die FMA definierte in der Verordnung die Regeln, damit die Versuche möglichst immer aufgedeckt werden, unter fremdem Namen ein Konto zu eröffnen bzw. einen gefälschten Ausweis vorzulegen. Während des Videotelefonats hat ein qualifizierter Mitarbeiter die Sicherheitsmerkmale des amtlichen Ausweisdokuments auf Vorder- und Rückseite zu prüfen und dass dieses tatsächlich auch zur Person passt. Er macht von Ausweisdokument und Person jeweils Screenshots, die gespeichert werden. Der Antragsteller hat seinen Ausweis nach den Anweisungen des Mitarbeiters horizontal und vertikal zu kippen, sodass die holographischen Sicherheitsmerkmale sichtbar werden. Die Identifikation ist seitens der Bank oder des von ihr beauftragten Dienstleisters in einem abgetrennten, mit einer Zugangskontrolle ausgestatteten Raum durchzuführen. Sie ist abzubrechen, wenn die visuelle Überprüfung zum Beispiel aufgrund schlechter Lichtverhältnisse oder der verwendeten Technik nicht möglich ist oder sich sonstige Unsicherheiten ergeben.

In Deutschland gibt es die Videoidentifizierung für Bankgeschäfte seit März 2014. Die Unternehmen IDnow aus München und WebID Solutions aus Berlin haben sich darauf spezialisiert. Sie können mit langen Servicezeiten punkten, Bankkunden in mehreren Sprachen in Empfang nehmen, die Mitarbeiter sind geschult Personen mit unterschiedlichen internationalen Ausweisdokumenten zu identifizieren und auch Software wird eingesetzt, um Abweichungen zu erkennen. Die Deutsche Post kann das mittlerweile ebenso, der deutsche Markt teilt sich unter diesen drei Teilnehmern auf. Nur ganz wenige Banken ziehen eine Lösung im eigenen Haus vor. Wenn es um die Fernidentifizierung geht, setzt sich dieses digitale Verfahren immer mehr durch. Die Banken lassen den Kunden aber die Wahl zwischen dem klassischen Weg über die Postfiliale bzw. den Postboten und via Video. Selbst bei den mit dem Internet vertrauten Neukunden der Direktbanken geht ein Großteil aber weiterhin lieber zur Postfiliale, zum einen aus Sorge um Datensicherheit beim Übermitteln ihrer Ausweisdaten über das Internet, zum anderen, weil in den meisten Fällen die Vertragsunterlagen trotzdem noch ausgedruckt, unterschrieben und postalisch versendet werden müssen. Die Finanzinstitute müssen deshalb einen Schritt weiterdenken, Kunden schätzen eine nahtlose Lösung, bei der auch das postalische Versenden entfällt.