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30.08.2016 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|

Für Kunden der DAB Bank gilt bald das Preisverzeichnis von Consorsbank

Was lange nur vermutet wurde, hat sich nun bestätigt: Die französische BNP Paribas, die 2012 und 2014 die beiden Pioniere im deutschen Online-Brokerage erworben hatte und später zu einem Unternehmen mit zwei Auftritten formte, gibt die Marke DAB Bank zugunsten von Consorsbank auf. Es wird dabei aber nicht zu einem Zusammenlegen von Bewährtem aus beiden Bankenwelten kommen, sondern die Kunden der DAB Bank bekommen schlicht die Produkte, Konditionen und Services von Consorsbank untergejubelt. Zwar sind diese ähnlich, auch weil sie in den letzten beiden Jahren weiter angeglichen wurden, dennoch wird man sich wie bei einem neuen Anbieter erst mal zurechtfinden müssen. Die Änderungen wurden aufseiten der DAB Bank mit der Veröffentlichung eines Fahrplans zur Zusammenlegung und einer ausführlichen FAQ angeküdigt, aufseiten von Consorsbank durch einen Blog-Artikel, der darauf verweist. Welche geschäftspolitischen Überlegungen dazu führten, ist hierbei nicht erkärt. Die Kunden der DAB Bank sollen ab 5.9.16 per Mitteilung in Ihrem Online-Postfach informiert werden, außerdem die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und das besagte Preisverzeichnis von Consorsbank erhalten. Am zweiten November-Wochenende folgt das Zusammenführen der IT-Systeme. Am darauf folgenden Montag, dem 14.11.16, soll der Umzug schließlich vollzogen sein, sodass sich auch die Kunden der DAB Bank auf consorsbank.de einloggen können, mit ihren neuen Zugangsdaten.

Der Umzug hat abgesehen von der Ausfallzeit am Wochenende ausschließlich Auswirkungen für die Kunden der DAB Bank. Je nach zuvor genutzten Produkten sind die Auswirkungen unterschiedlich, auf einige der lieb gewonnen Services muss ganz verzichtet werden. Bei der Vielzahl der Details wird klar, wieso die FAQ-Liste als primäres Mittel der Kommunikation geeignet ist. Unter anderem geht daraus hervor: Kontonummer und Bankleitzahl bei Girokonto und Depot-Verrechnungskonto bleiben gleich, ändern wird sich dagegen die Depotnummer. Ab Mitte November wird die bisherige Bankkarte mit den Funktionen girocard/Maestro gegen eine mit girocard/V PAY ausgetauscht, und die MasterCard Classic gegen eine VISA Card, bei der die einzelnen Umsätze dann direkt dem Girokonto belastet werden. Während sich die PIN der Bankkarte nicht ändert, bekommt man bei den Kreditkarten eine neue PIN. Mit der neuen Bankkarte lässt sich an den Geldautomaten der Cash Group nicht mehr kostenfrei abheben. Beim Online-Banking wird der Kunde nach erfolgreichem Abschluss der Umstellungarbeiten seine Überweisungsvorlagen und Dokumente aus dem alten Postfach vorfinden. Nutzer des iTAN-Verfahrens erhalten einen TAN-Generator zugestellt, weil Aufträge bei Consorsbank per mTAN oder den TAN-Generator freigegeben werden. Einen Preisnachlass für Vieltrader wird es bei Consorsbank nicht geben. Die Fondsrabatte betragen dort überwiegend 50 Prozent, statt abhängig vom Anlagevolumen 50 bis 90 Prozent. Wer bei beiden ein Depot hat, behält aus technischen Gründen zwei Depots, bei denen die First-in-First-out-Regelung nicht depotübergreifend Anwendung findet. Wenn bei beiden Banken ein Freistellungsauftrag besteht, werden die Summen addiert.

19.08.2016 |Meldung zum deutschen Bankenmarkt|

Postbank schafft Gratis-Konto für die Mittelschicht ab

Eine deutliche Mehrheit der 5,3 Millionen Girokunden der Postbank wird ab 1.11.16 erstmals Kontoführungsgebühren zahlen müssen. Denn Deutschlands größte Privatkundenbank ändert ihre Girokontenmodelle für Privatkunden, das kündigte sie heute an. Grund ist, dass sich die Kosten für die Bereitstellung der Girokonten kaum noch wie früher aus Zinserträgen querfinanzieren lassen. Beim "Giro plus", dem Hauptprodukt der von ihr angebotenen Girokonten, schafft die Postbank die Regelung zur kostenlosen Kontoführung bei monatlichem Geldeingang von mindestens EUR 1.000 ab, ersetzt sie durch eine generelle Monatspauschale von EUR 3,90. Billiger wird es dadurch aber für diejenigen, die diese Betragsgrenze nicht erreichten, sie mussten bislang EUR 5,90 bezahlen. Teurer die Kreditkarten, für die VISA Card Classic und die VISA Card Prepaid werden EUR 29,00 (bisher EUR 22,00) im Jahr fällig. Zwar führt die Postbank ein weiteres, günstigeres Girokontomodell ein, das "Giro direkt", aber auch das nicht ohne Monatspauschale. Das Giro direkt für EUR 1,90 im Monat eignet sich für Personen, die ihr Konto ausschließlich online, über das computergestützte Telefonbanking oder die Selbstbedienungsterminals führen. Es ist nur als Einzelkonto erhältlich, nicht als Gemeinschaftskonto. Gegenüber dem Giro plus sind mehr Serviceleistungen bepreist, die Personal beanspruchen: Wer beim Telefonbanking die Überweisung statt über den Sprachcomputer über einen Mitarbeiter beauftragt, bezahlt dafür EUR 1,50. Ebenso viel kostet auch die Auszahlung von Bargeld am Schalter. Und für das Ausdrucken eines Kontoauszugs am Kontoauszugsdrucker werden 50 Cent belastet. Einige werden sich jetzt umorientieren, innerhalb der Postbank das Kontomodell zu wechseln, ist dabei die einfachste Alternative. Infrage kommt auch das Premium-Konto "Giro extra plus", das künftig bereits ab EUR 3.000 statt EUR 4.000 bargeldlosem Geldeingang gratis ist und die VISA Card beitragsfrei enthält. Es werden übrigens dabei alle Zahlungseingänge, die pro Monat auf ein Konto eingehen, zusammengerechnet, Bareinzahlungen und Umbuchungen von eigenen Konten aber nicht berücksichtigt. Unterhalb der Betragsgrenze wird dieses Konto EUR 9,90 kosten. Für junge Leute bis einschließlich 21 Jahre bleibt die Kontoführung durch das "Giro start direkt" gebührenfrei. Studenten, die älter als 21 Jahre sind, bekommen die Sonderkonditionen jedoch nicht mehr. Unter www.postbank.de/kontowelt hat die Postbank ausführliche Informationen zu den neuen Konditionen bereitgestellt. Die Postbank wird alle betroffenen Kunden in den nächsten Wochen per Brief informieren. Natürlich besteht ein Widerspruchsrecht. Widerspricht der Kunde den neuen Entgelten jedoch führe das letztlich bedauerlicherweise dazu, dass die Bank das Konto kündigen wird. Der Weg das Kontomodell innerhalb der Postbank zu wechseln, ist unterschiedlich. Zum Giro direkt geht es über das Online-Banking, man braucht die sogenannte Postbank-ID, muss diese gegebenenfalls zuerst im Online-Banking unter "Einstellungen" einrichten. Die eigentliche Kontoumstellung ist in der Rubrik "Service" möglich. Für den Wechsel zum Giro extra plus gibt es hingegen ein Formular, das heruntergeladen und unterschrieben eingesendet werden soll.

In vielen Aktionen hatte die Postbank das Giro plus mit dem Versprechen der dauerhaft kostenlosen Kontenführung beworben, meist zu besonderen Bedingungen über Kooperationspartner wie HUK24 und Tchibo. Die geänderten Konditionen sollen dennoch auch für diejenigen gelten, die Aktions-Kontomodelle abgeschlossen haben. Der Einwand ist absehbar und die Postbank antwortet auf ihn in der FAQ, dass zum Zeitpunkt des Abschlusses ein anderes Preismodell gegolten habe und sich inzwischen der Bankenmarkt verändert habe. Im Anschluss zählt sie viele Leistungen auf, von denen der Kunde weiterhin profitiere.

Im März dieses Jahres hatte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, Georg Fahrenschon, die Sparkassenkunden auf höhere Gebühren eingestellt. "Die Zeit der kostenfreien Girokonten ist vorbei", äußerte er sich und trat damit eine Lawine los. Aus dem Lager der Genossenschaftsbanken war Ähnliches zu hören. Seitdem haben nicht wenige der regionalen Institute ihre Kontomodelle umgestellt, und auch die HypoVereinsbank. Häufiger als die Monatspauschale wurden aber einzelne Postenpreise erhöht oder eingeführt. Mehr Spielraum haben offenbar noch die Direktbanken, die DKB startete eine TV-Kampagne mit der Aussage, ihr Girokonto ist und bleibt kostenlos.

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